Bangkok hat viele Gesichter — und eines davon ist überraschend grün. Der Benjakity Park (offiziell: Benjakitti Park) liegt mitten in der Stadt, keine zehn Minuten von der belebten Sukhumvit-Meile entfernt, und bietet etwas, das man hier nicht erwartet: Stille, Natur und eine der schönsten Skyline-Kulissen der Stadt. Kein Touristenpark, kein Erlebnisgelände — sondern ein echter Ort, an dem Bangkok durchatmet.
Was ist der Benjakity Park?
Der Benjakity Park liegt im Bezirk Khlong Toei, direkt neben dem Queen Sirikit National Convention Centre (QSNCC). Was früher ein überschaubarer Stadtpark war, wurde in den letzten Jahren grundlegend ausgebaut und modernisiert — heute gilt er als einer der modernsten Stadtparks Bangkoks, vielleicht sogar der modernste überhaupt. Das Gelände umfasst einen großen See, weitläufige Rasenflächen, einen erhöhten Skywalk über ein Feuchtbiotop und gut ausgebaute Wege für Jogger und Radfahrer. Der Eintritt ist kostenlos. Geöffnet täglich von etwa 5:00 bis 21:00 Uhr.
Was den Park besonders macht: Er ist vor allem bei Bangkokern beliebt. Morgens joggen hier Pendler vor der Arbeit ihre Runden, abends kommen Familien zum Picknicken, Yogagruppen breiten ihre Matten auf dem Rasen aus, und ältere Herren sitzen am See und schauen auf die Skyline. Touristen sind in der Minderheit. Das spürt man — und es ist angenehm.

Der See — Bangkoks schönste Skyline-Kulisse
Das Herzstück des Parks ist der Lake Ratchada, ein großer Stadtsee, der von Spazierwegen gesäumt wird. Was ihn so sehenswert macht: die Skyline. Auf der einen Seite Wasser, Bäume, Vögel — auf der anderen Seite Wolkenkratzer, die sich meterhoch in den Himmel schrauben. Der Kontrast ist dramatisch und real, kein Instagram-Trick. Besonders in der goldenen Stunde kurz nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang entsteht hier eine Atmosphäre, die sich schwer beschreiben lässt.
Am See gibt es einen schwimmenden Pier — eine Holzplattform, die ein Stück über das Wasser hinausragt und als Aussichtspunkt dient. Wer möchte, kann außerdem Tretboote mieten und den See vom Wasser aus erleben. Die Perspektive auf die Skyline vom See aus ist nochmals eine andere. Lohnt sich, zumindest einmal.



Der Skywalk — über dem Feuchtbiotop
Einer der überraschendsten Teile des Parks ist der erhöhte Skywalk — ein Boardwalk, der sich mehrere hundert Meter durch ein Feuchtbiotop schlängelt. Unter einem: Schilf, Wildpflanzen, Seerosen, gelegentlich ein Reiher. Über einem: der offene Bangkoker Himmel. Der Weg ist breit genug, um in Ruhe zu schlendern, und bietet immer wieder Blicke, die man so in einer Millionenstadt nicht erwartet.
Das Feuchtbiotop ist kein inszeniertes Naturschauspiel — es ist ein echter Lebensraum, der im Zuge der Parkerweiterung bewusst angelegt und geschützt wurde. Wer morgens früh kommt, hat den Skywalk oft fast für sich allein. Dann ist es ruhig genug, um Vögel zu hören.


Grünflächen, Joggen und Eichhörnchen
Neben See und Skywalk gibt es im Benjakity Park große offene Rasenflächen — ideal zum Picknicken, Stretching oder einfach Hinlegen. Die Joggingwege sind gut ausgebaut und ausgeschildert; Radfahrer können Fahrräder auf dem Gelände ausleihen. Wer regelmäßig läuft, wird die Strecke schnell schätzen lernen: flach, schattiert wo nötig, mit schöner Aussicht.
Was kaum jemand im Voraus weiß: Im Park leben Eichhörnchen. Das ist in Bangkok keine Selbstverständlichkeit, und die kleinen Tiere sind tatsächlich zu sehen — manchmal ganz nah. Der Park hat sogar eigene Warnschilder aufgestellt, die darauf hinweisen, die Eichhörnchen nicht zu füttern. Ein kleines, sympathisches Detail, das zeigt, dass hier tatsächlich an die Tiere gedacht wird.


Benjakity Park vs. Lumpini Park — welcher lohnt mehr?
Die Frage stellt sich, weil beide Parks ähnlich groß sind, ähnlich zentral liegen und oft in einem Atemzug genannt werden. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, was man sucht.
Der Lumpini Park ist älter, historisch bedeutsamer und der klassischere Bangkoker Stadtpark. Er hat mehr Bäume, mehr Schatten, und die berühmten Warane, die am Ufer sonnen. Außerdem ist er in der Gesamtfläche größer und hat eine längere Geschichte als Begegnungsort der Stadt.
Der Benjakity Park ist moderner, übersichtlicher gestaltet und — das ist entscheidend — deutlich weniger touristisch. Wer in Ruhe joggen, die Skyline fotografieren oder ohne Menschenmassen durch einen Park schlendern möchte, ist hier besser aufgehoben. Der Skywalk über das Feuchtbiotop ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Für viele Besucher wird der Benjakity Park deshalb zur besseren Wahl — zumindest wenn es um Atmosphäre geht.
Praktische Informationen
| Eintritt | Kostenlos |
|---|---|
| Öffnungszeiten | Täglich ca. 05:00–21:00 Uhr |
| Anfahrt | MRT Queen Sirikit National Convention Centre (Exit 3), ca. 2–3 Minuten zu Fuß |
| Tretboote | Verfügbar am See (Lake Ratchada), Preise vor Ort erfragen |
| Fahrradverleih | Im Park verfügbar |
| Beste Besuchszeit | Früh morgens (06:00–08:00 Uhr) oder abends (17:00–19:00 Uhr) |
| Hinweis | Mittags sehr heiß — Sonnenschutz und Wasser einpacken |
So kommst du hin
Der einfachste Weg führt über die MRT, Blaue Linie. Haltestelle: Queen Sirikit National Convention Centre. Aus Ausgang 3 geht es nur wenige Minuten geradeaus bis zum Parkeingang — kaum zu verfehlen. Wer aus der Sukhumvit-Gegend kommt, kann auch laufen: Vom BTS Asok sind es etwa 15 Minuten zu Fuß, was bei kühlerem Wetter oder am Abend angenehm ist.

Tipps für deinen Besuch
Mittags ist der Park in der prallen Sonne kaum auszuhalten — Bangkoks Hitze trifft auf wenig Schatten, besonders auf den offenen Rasenflächen. Früh morgens oder am späten Nachmittag ist es nicht nur kühler, sondern auch atmosphärisch reicher: das Morgenlicht über dem See, die abendliche Stimmung mit den beleuchteten Hochhäusern im Hintergrund.
Wer joggt, sollte festes Schuhwerk mitbringen — die Wege sind gut, aber der Skywalk hat vereinzelt Stellen, die bei Regen rutschig werden können. Wasser und Sonnencreme sind Pflicht. Kleine Snack-Stände gibt es vereinzelt am Parkrand, aber die Auswahl ist begrenzt — am besten vorher bei einem der 7-Eleven in der Nähe eindecken.
Der Benjakity Park ist kein Geheimtipp mehr — aber er ist auch noch längst kein Massentouristenziel. Wer Bangkok jenseits der Tempel und Märkte erleben möchte, wer sehen will, wie die Stadt atmet und sich bewegt, kommt hier richtig an. Ein Morgen im Benjakity Park zeigt eine andere Bangkok-Wahrheit: entspannt, lebendig, überraschend grün — und mit einer Skyline, die einem nicht loslässt.
